Bildung an der Schnittstelle von analog und digital

Facebook, Twitter und Co. im Einsatz bei entwicklungspolitischen NGO

In einem weiteren Vortrag auf dem Socialcamp relativierte Ulrich Schlenker den Social Media Nutzungsdruck für NGOs. Die Aufgabe von NGOs es ist nicht, sich im Internet zu tummeln. Ihr knappen Ressourcen lassen das häufig gar nicht zu. Sie sollen dem Kern ihrer Aufgaben gerecht werden, häufig kann ein deutscher Webauftritt nur begrenzt weiterhelfen, vor allem wenn sich der Wirkungsraum der Organisation im Ausland befindet. Die Tools werden, nach Meinung von Ulrich Schlenker vor allem dazu benutzt, um ihre One-Way-Kommunikation zu dublizieren.

Auf Facebook haben viele NGOs eine eigene Fanseite, dennoch passiert nicht viel darauf. Man hat häufig auf einem Barcamp mehr Besucher, als auf einer Fanseite bei Facebook. Dennoch scheint sich die Gewissheit auszubreiten, man müsse Social Media bespielen, weil es alle tun. Das jedoch war schon bei der Erschließung des Internets durch dieselben Organisationen ein großer Fehler und hat Informationsmüll produziert. Eine Social Media Kampagne macht nur dann Sinn, wenn dem eine kritische Reichweite zugrunde liegt, nur weil man bloggt, wird der Content nicht häufiger rezipiert.

Von “Social Media im Feld” ist noch einiges zu erwarten. Hier wird jedoch ein unmittelbarer Mehrwert für die Organisation geschaffen: Bei stopstockout werden die Projektpartner vor Ort in der Woche, der Medikamentenzählung aufgefordert, Knappheiten für entsprechende Wirkstoffe per SMS weiterzugeben. Alle Daten werden dann zusammen genommen, so kann der Medikamenenmangel kartiert werden.

Thesen (kopiert aus dem Vortragsfolien von Schlenker):

  • Entwicklungs-NGOnutzen Social Media-Anwendungen immer häufiger. Die Kultur in Organisationen wandelt sich.
  • Eine integrierte Nutzungjenseits der klassischen Informationsvermittlung(Trafficgenerieren) findet kaum statt.
  • Es fehltan Expertise zur Umsetzung, an finanziellen Ressourcen und Erfahrungswerte darüber, was erreicht werden kann.
  • NGOsprüfen zurecht kritisch, wo der Mehrwertliegt: Welche Zielgruppewird erreicht? Gewinnt die Kommunikation qualitativ? Verbessert sich der Kernarbeitsbereich Entwicklungspolitik? Welche Tools setzen sich durch (NGOssind nicht EarlyAdopters)?
  • Entwicklungs-NGOskönnen nicht fehlende Medienkompetenz bei Usern aufbauen.

Ein Diskussion entstand um den Informationsfluss von NGOs. Große Organisationen können nur überprüfte Informationen veröffentlichen. Bei Ärzte ohne Grenzen arbeitet man in England mit Freunden von “Ärzten ohne Grenzen”. Hier lassen sich auch viel freier Informationen, die die Organisation betreffen veröffentlichen. Ein Vertreter von Transparancy International wieß darauf hin, dass die Beziehung in einer policy klar werden muss, die zwischen den “Freunden” und “der Organisation” besteht.

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@gibro schreibt über den (bisher) schmalen Pfad an dem sich die analoge und die digitale Welt treffen. Welche Möglichkeiten sich daraus für die Bildungspraxis ergeben ist Inhalt dieses Blogs.

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