Nur 14 Stunden zuvor, am frühen Morgen, kurz nach Sonnenaufgang. In der Nähe der Grenzübergangsstelle Heinrich-Heine-Straße liefern sich DDR-Grenzer mit West-Berliner Schupos und amerikanischer Militärpolizei ein Feuergefecht. Minutenlang knattern mitten in Kreuzberg automatische Gewehre. Während Volksarmisten mit Stahlhelmen die Laufgräben im Todesstreifen besetzten und sich zwei ostdeutsche Schützenpanzerwagen bedrohlich in Position bringen, gelingt es einem Sergeant der US-Armee, den von fünf Kugeln schwer verletzten 21-jährigen DDR-Flüchtling Michael Meyer aus Fredersdorf mit einem Seil über die Mauer in den Westen zu ziehen.
Als King von dem Zwischenfall erfährt, eilt er sofort nach Kreuzberg. “Das ist unfassbar”, entfährt ihm, als er die Einschusslöcher in einer West-Berliner Hauswand in Augenschein nimmt. King besichtigt auch eine Wohnung, in der Kugelsalven einen Teil der Einrichtung zerstört haben. Der Vorfall zeige, wie wichtig die internationale Entspannung sei, erklärt King den Reportern. Die Methode des gewaltlosen Widerstandes könne überall funktionieren. “Es gibt für die einzelnen Gebiete und Länder keine Rezepte der Anwendung”, schränkt er gleichwohl ein. “Ich jedenfalls weiß für Ihr Land kein solches Rezept.”
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