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3. September 2010

27. Juli 2010

Das Internet ist doch nicht schlecht – Die Renaissance des Lesens

by gibro — Categories: Kompetenz (für Medien)View Comments
Flipboard

CC by 2.0 By Johan Larsson (flickr)

“Hurra, wir lesen noch” titelt die Zeit in ihrer aktuellen Ausgabe und stellt fest, dass das Internet ein Schriftmedium ist. Wer hätte das gedacht? Das Internet verleitet seine Nutzer_innen zum Lesen? Das lässt das Internet zu einem “Lean-Forward-Medium” werden (wie Tim Pritlove es in seinem hörenswerten Podcast zu “Fernsehn” genannt hat), im Gegensatz zum Fernsehn, dass gerne auch als “Lean-Back-Medium” bezeichnet wird. Aber schon längst zwingt uns das Internet nicht mehr zum Lesen vor den Monitor am Schreibtisch. Gelesen wird im Internet zunehmend mit mobilen Endgeräten, wie Smartphones oder Tablets. Und wer im Internet liest, der liest offline ebenso. Die Zeit schreibt:

2009 erreichte die Produktion den sagenhaften Wert von 93124 neuen Titeln. Wo also ist sie, die viel beschworene Krise des Lesens und der deutschen Buchnation? (DIE ZEIT, 22.07.2010 Nr. 30)

Und es lesen vor allem Jugendliche:

Das Internet ist die große Leerstelle in der zeitgenössischen Leseforschung. 72 Prozent der Deutschen sind mittlerweile online, 90 Prozent der Schulkinder haben, vorsichtig geschätzt, einen Computerzugang. Bei Jugendlichen, deren nachlassende Neigung zu Druckerzeugnissen so lebhaft beklagt wird, hat das Internet alle übrigen Freizeitbeschäftigungen auf hintere Plätze verdrängt. Und was, glauben die Lesepessimisten, machen die Nutzer im Internet? Sicherlich hören sie auch viel Musik und schauen Videos auf YouTube; aber vor allem anderen ist das Internet ein Lesemedium. Selbst die Begeisterung für das Gesehene und Gehörte schlägt sich augenblicks in – gelesenen und geschriebenen – Diskussionen nieder. (DIE ZEIT, 22.07.2010 Nr. 30)

Das Lesen im Internet verstärkt die aktive Beschäftigung mit den Inhalten, wenn die Nutzer die Gelegenheit bekommen zu kommentieren, zu diskutieren und einfach auch nur für sich selbst du notieren. Gerade sorgt ein Programm auf dem iPad für Furore: Das Flipboard.

Es ist ein RSS-Reader getarnt als E-Book und er listet nicht die im gemeinen RSS-Reader abonnierten Feeds, sondern nur die Empfehlungen meiner Freunde auf Twitter und Facebook. Ähnlich den Empfehlungen des Google Readers wird alles zu eine Informationspaket im Zeitungsstil aufbereitet. Neunetz schreibt, dass das iPad gerade diese “besondere Art von Apps begünstigt”. Das erhöht auch die Motivation zum Lesen, nicht die Eltern oder die Lehrer machen hier die Leseempfehlungen, sondern die Freunde und Kollegen. Ja, Lesen ist im Wandel und wird zunehmend zu einem aktiven Umgang mit den Inhalten, in dem Notizen die Empfehlungen begleiten.

Ich finde es nach wie vor schwierig, die gelesenen Artikel auf denen ein neuer Blogartikel beruht zusammenzuhalten, und entsprechende Zitate etc. wiederzufinden. Wer dazu einen guten Tip hat kann ihn gerne in die Kommentare hämmern.

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